Netz der Zukunft - T-Labs arbeiten an der (R)Evolution in Richtung 5G

18.09.2013 - Netz der Zukunft - T-Labs arbeiten an der (R)Evolution in Richtung 5G

​5G-Zukunftsszenarien im Projekt METIS definiert - ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem 5G-Mobilfunksystem

Mobile Kommunikation und Internetdienste gehören zu den am stärksten wachsenden Bereichen der Telekommunikation. Das enorme Anwachsen des mobilen Datenverkehrs erfordert eine kontinuierliche Evolution der Leistungsfähigkeit Mobilfunknetze. Aktuell erfolgt der Rollout von LTE-Netzen (4G), „LTE Advanced“ Erweiterungen (z.B. weitere Erhöhungen der Spitzendatenraten durch „Carrier Aggregation“ oder verbesserte Antennenkonzepte) sind mittelfristig vorgesehen.

Da Innovationszyklen von einer Mobilfunktechnologie-Generationen zur nächsten viele Jahre dauern, ist es notwendig, heute schon mit Forschungsaktivitäten zur (R)Evolution in Richtung 5G zu beginnen. Das ist der Fokus des EU Leuchtturm-Projektes METIS (Mobile and wireless communications Enablers for the Twenty-twenty (2020) Information Society), an dem die Deutsche Telekom, im Besonderen die T-Labs mitarbeiten. Als wichtiges erstes Ergebnis wurden jetzt 5G-Szenarien für einen künftigen 5G-Mobilfunkstandard definiert.

 

Europäische Union, 05.09.2013

Der Start der ersten großen internationalen Studie zum Thema 5G im Rahmen des Projekts METIS im letzten Jahr hat ein außergewöhnlich großes, weltweites Interesse an diesem Thema geweckt. Zudem hat die EU im Jahr 2013 angekündigt, dass sie für die Entwicklung von 5G-Technologien Fördergelder in Höhe von 50 Millionen Euro bereitstellen werde.

Das große Interesse ist nicht überraschend, da die gesellschaftliche Entwicklung auch die Nutzung der Mobilfunktechnik stark beeinflusst hat. Experten gehen heute davon aus, dass die Zahl der Smartphone-Nutzer von 1,2 Milliarden im Jahr 2012 auf 4,5 Milliarden im Jahr 2018 ansteigen wird. Dieses Wachstum wird zu einer enormen Zunahme des mobilen Datenverkehrs führen, der sich schon zwischen dem ersten Quartal 2012 und dem ersten Quartal 2013 verdoppelt hat. Bis Ende 2018 wird sich das Verkehrsvolumen im Vergleich zum Ende 2012 voraussichtlich verzwölffachen

Der rasante Anstieg des mobilen Datenverkehrs wird nicht nur durch die wachsende Zahl von Nutzern getrieben. Ein weiterer Grund liegt in der Tatsache, dass die Kunden immer größere Datenmengen nutzen. In der Informationsgesellschaft der Zukunft werden die Nutzer eine Vielzahl von Anwendungen und Diensten nachfragen wie etwa von Infotainment-Diensten, bedingt durch eine sichere und effiziente Nutzung von Verkehrsmitteln, bis hin zu völlig neuen industriellen Anwendungen.  

Für diese neuen Nutzungsanforderungen und bereits bekannte Herausforderungen wie sehr hohe Datenraten, Nutzung an stark frequentierten Orten, geringe Latenzzeiten, niedriger Energieverbrauch, niedrige Kosten und eine sehr hohe Zahl von Endgeräten wurden im Rahmen des Projekts METIS folgende 5G-Szenarien entworfen, die die künftigen Herausforderungen beschreiben und als Richtschnur für die künftige Entwicklungsarbeit dienen:

  1. Ultrahohe Geschwindigkeiten - hohe Datengeschwindigkeiten für den Breitband-Mobilfunk der Zukunft
  2. Hervorragender Service an stark frequentierten Orten - für die ungestörte Nutzung von Breitband-Mobilfunk sogar in Umgebungen mit hoher Nutzerdichte
  3. Allgegenwärtige Kommunikation - für den effizienten Umgang mit großen Mengen von Endgeräten mit unterschiedlichsten Anforderungen
  4. Das beste Nutzererlebnis auch unterwegs - damit auch mobile Endnutzer ein optimales Kundenerlebnis genießen können
  5. Ultra-zuverlässige Verbindungen in absoluter Echtzeit - für neue Anwendungen und Nutzungsfälle mit extrem hohen Anforderungen an Latenzzeit und Zuverlässigkeit

Aus diesen Szenarien hat METIS komplexe Anforderungen abgeleitet:

  • Zehn- bis hundertfache durchschnittliche Nutzdatenraten, die in stark frequentierten Umgebungen zwischen einem und zehn Gbps liegen dürften
  • Tausendfaches mobiles Datenvolumen pro Fläche (pro Nutzer), mit mehr als 100 Gbps/km2 (bzw. 500 GByte/Nutzer/Monat)
  • Zehn- bis hundertfache Menge an mit dem Netz verbundenen Endgeräten
  • Zehnfache Batterielebensdauer für Maschine-zu-Maschine-Kommunikation mit hohem Datenvolumen und niedrigem Energieverbrauch, zum Beispiel zehn Jahre für Sensoren oder Pager
  • Ultraschnelle Reaktionszeiten (z.B. taktiles Internet) mit Latenzzeiten unter 5 ms bei hoher Zuverlässigkeit
  • Eine der großen Herausforderungen der Zukunft wird sein, die vorher genannten Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig Kosten und Energieverbrauch pro Fläche der Mobilfunknetze auf dem heutigen Stand zu halten.

In den kommenden Monaten wird das Projekt METIS weiter an den Grundlagen für die 5G-Mobilfunktechnologie arbeiten. Insbesondere werden im Rahmen des Projekts Schlüsselkomponenten für die 5G-Technik entwickelt und untersucht, sowie eine Integration derjenigen Technikkomponenten durchgeführt, die die Systemanforderungen am besten erfüllen.

 
Über die Deutsche Telekom
Die Deutsche Telekom ist mit 144 Millionen Mobilfunkkunden sowie 32 Millionen Festnetz- und mehr als 17 Millionen Breitbandanschlüssen eines der führenden integrierten Telekommunikationsunternehmen weltweit (Stand 30. Juni 2013). Der Konzern bietet Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen Festnetz, Mobilfunk, Internet und IPTV für Privatkunden sowie ICT-Lösungen für Groß- und Geschäftskunden. Die Deutsche Telekom ist in rund 50 Ländern vertreten und beschäftigt weltweit 231.000 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2012 erzielte der Konzern einen Umsatz von 58,2 Milliarden Euro, davon wurde mehr als die Hälfte außerhalb Deutschlands erwirtschaftet (Stand 31. Dezember 2012).
 
Über die Telekom Innovation Laboratories
Die Telekom Innovation Laboratories (Labs) sind der zentrale Forschungs- und Innovationsbereich (F&I) der Deutschen Telekom. Ihr Auftrag ist es, in enger Zusammenarbeit mit den operativen Einheiten der Telekom neue Impulse und Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung innovativer Produkte, Dienste und Infrastrukturen für die Wachstumsfelder der Telekom zu liefern. An den Standorten in Berlin, Darmstadt, Bonn, Beer Sheva und Tel Aviv (Israel) sowie Los Altos (USA) konzentrieren sich die T-Labs auf mittelfristige Themen sowie auf Technologien zur aktuellen Differenzierung und die Gründung neuer Geschäfte. Die weltweite Verbindung ihrer F&I-Aktivitäten mit Partnern aus der Industrie und Start-ups sowie einer Vielzahl von Universitäten und Instituten gewährleistet eine enge Verzahnung mit der Innovationscommunity.
Social Bookmarks („Soziale Lesezeichen“) sind Internet-Lesezeichen, die in einem Netz (Internet oder Intranet) mit Hilfe einer Browser-Oberfläche von verschiedenen Benutzern durch Gemeinschaftliches Indexieren erschlossen werden. Sogenannte Social-Bookmark-Netzwerke können neben dem Sammeln von Links und Nachrichtenmeldungen auch zum Sammeln von Podcasts oder Videos konzipiert sein.
Teilen und Weiterempfehlen
Social Bookmarking: Twitter Social Bookmarking: Facebook Per eMail weiterleiten
back